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In Zeiten des Lärms
Plappern, hupen, klingeln, dröhnen, kreischen, dudeln – Lärm macht krank. Aber Stille ist nicht leicht auszuhalten. Sie stellt unangenehme Fragen. Ihnen weicht man gerne aus, nimmt Zuflucht zu Small Talk und Spektakel, Gartengerät und Grübelei– kurzum: zu äußerem und innerem Radau. Hauptsache: Geplapper, Gedudel, Getöse. Es verbirgt uns vor uns selbst und „beraubt das Geheimnis seines Raunens“ (Fernando Pessoa). Diesem Raunen und unserem Bemühen, es geflissentlich zu überhören, spürt die Konzertlesung „In Zeiten des Lärms“ in Gedichten und Geschichten, in Klangkompositionen und konzertanten Werken nach – mal skurril amüsant, mal nachdenklich ernst.

Rezitatorin Anja Martin bringt mit ihrer temperamentvollen Vortragskunst Texte von Hans Arp, Hans-Magnus Enzensberger, Max Frisch, Ödön von Horvath, Mascha Kaléko, Rainer Maria Rilke, Fernando Pessoa und vielen anderen zu Gehör und zeigt dabei viel Sinn für feine Zwischentöne und Situationskomik.

Das gesprochene Wort wird verwoben mit Klängen und Kompositionen von u. a. Krzysztof Penderecki, Ludovico Einaudi, David Hicken, Maria Theresia von Paradis, Luis-Gabriel Guillemain und Ludwig van Beethoven. Experimentierfreudig, verblüffend, witzig und zugleich anspruchsvoll vermischen Annette Ferber (Klavier) und Joanna Hermann (Violine) Elemente aus Klassik, Pop, Rock und Weltmusik und geben Raum für ein Gegenprogramm zur akustischen Dauerberieselung im Alltag.

Die Premiere findet am Freitag, 20. März 2020 um 20 Uhr im Kulturcafé Selig, In der Maar 7, 53175 Bonn, statt. Eintritt: XX Euro

Zwischen Zärtlichkeit und Wut
Das Leben lieben und doch – oder gerade deswegen – leiden an der Lieblosigkeit, die sich in Unachtsamkeit, Ungerechtigkeit oder Gewalt Bahn bricht: Aus diesem Gegensatz, dieser Fülle des Lebens, die sich aufspannt zwischen Zärtlichkeit und Wut, schöpfen die Künstlerinnen und Künstler, deren poetisch-engagierte Texte und berührende Melodien Anja Martin (Rezitation), Annette Ferber (Orgel) und Joanna Hermann (Violine) zu einem literarisch-musikalischem Feuerwerk vereinen.

„Macht gerechter Zorn nicht müde?“ fragt Konstatin Wecker. Carolin Emcke lotet die Grenzen des Mitleidens aus. Erich Kästner macht sich Gedanken über falsche Lebensziele. Dorothee Sölle lacht dem Tod ins Gesicht. Martin Luther King lebt Feindesliebe in der Bedrohung. Michael Jackson erkennt beim Blick in den Spiegel den Wendepunkt für Veränderung – und Oliver Sacks Dankbarkeit im Angesicht der eigenen Vergänglichkeit. Mit ihrer markanten Stimme und temperamentvollen Vortragskunst spürt Anja Martin diesen existentiellen Momenten nach.

Im Wechsel mit den Textpassagen erklingt Musik für Violine und Orgel. Mit modernen, fast popartigen Kompositionen von James Michael Stevens und musikalischen Zitaten von Michael Jackson öffnen Joanna Hermann (Violine) und Annette Ferber (Orgel, Klavier) einen Raum für reizvolle Dialoge und widerstreitende Gefühle. Einen Kontrapunkt setzen die romantisch-impressionistischen Meisterwerke von Jules Massenet, Claude Debussy und Carl Goldmark. Mit hoher Virtuosität und Leidenschaft bringen die beiden Musikerinnen die Texte zum Klingen und bleiben dabei vielseitig, erfinderisch und extrem wandlungsfähig.
Die Premiere fand am 16. Februar 2019 in der Rigal´schen Kapelle in Bonn-Bad Godesberg statt. Weitere Termine hier.

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Anja Martin
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Kommunikation@anja-martin.eu

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